Bill Gates für Vermögensteuer

Bill Gates hat sich Gedanken zu der stetigen Staatsverschuldung gemacht und schlägt vor, Vermögen zu versteuern, um die Einnahmen des Staates zu erhöhen und die Einkommensteuer zu entlasten. Er möchte ein Steuersystem, das fairer ist und in dem Reiche mehr zahlen. 

“I think the rich should pay more than they currently do, and that includes Melinda and me.”

Bill Gates

Er kritisiert u.A., dass heute 3/4 der Steuereinnahmen aus Besteuerung der Arbeit kommen. 

Konkret aus seinem Dossier:
– die Steuerlast muss mehr zum Kapital verschoben werden.
– die Kapitalertragssteuer sollte auf das gleiche Niveau gehoben werden wie die für Arbeit.
– Eine ungeminderte dynastische Erbschaft ist für niemand gut, noch nicht einmal für die Erben. Deshalb ist eine Erbschaftsteuer wichtig.
– Anlagevermögen steigert sich, wird aber nicht besteuert, wenn es nicht verkauft wird. Das macht keinen Sinn und sollte geändert werden.
– Einkommensteuer sollte je nach Bundesstaat in der Höhe angepasst werden.
– Private Spenden und Organisationen können niemals genug Geld zur Verfügung stellen, um alle Aufgaben der Regierung abzudecken.
– Der Spalt zwischen Arm und Reich ist zu groß und muss verkleinert werden.

Hier noch zwei bemerkenswerte Zitate in Originalwortlaut: 

zur Erbschaftsteuer
„A dynastic system where you can pass vast wealth along to your children is not good for anyone; the next generation doesn’t end up with the same incentive to work hard and contribute to the economy.“

Bill Gates

zum Gedeihen von Unternehmen mit doppelt so hohen Steuern wie heute:
“In the 1970s, when Paul Allen and I were starting Microsoft, marginal tax rates were almost twice the top rate today. It didn’t hurt our incentive to build a great company.” 

Bill Gates

In Deutschland sind die Verhältnisse ähnlich. Auch hierzulande kommt der Löwenanteil der Steuern aus Lohn- und Einkommensteuer, sowie Verbrauchssteuern, die die Geringverdiener mit dem höchsten realen Steuersatz versehen. Die Abgeltungssteuer (erhoben auf Zinsen und Ausschüttungen) trägt Sage und Schreibe 7.5 Mrd.€ zum öffentlichen Haushalt (ca. 1300 Mrd. €) bei.

Aber deutsche Millionäre schlagen einen anderen Ton an und drohen mit Auswanderung. Hier eine Übersicht aus den Nachdenkseiten:

BILD: Steuern: SAP-Gründer Hasso Plattner: Wenn die Vermögenssteuer kommt, gehe ich.

BILD: Millionäre äußern sich zur Reichen-Steuer: Maschmeyer, Thelen, Sixt.

BILD: Kommentar zur Vermögenssteuer: Das schadet den Arbeitern.

Weltweit sind inzwischen viele Milliardäre zu der Ansicht gekommen, dass der Kapitalismus, wie er heute existiert, nicht mehr funktionieren kann und es grundlegende Veränderungen braucht, siehe z.B. Artikel „Diese Milliardäre sind gegen Kapitalismus“ im Managermagazin.

Die wachsende Ungleichheit werde zu einer „existentiellen Gefahr“, warnt Dalio. Der „amerikanische Traum“ sei „verloren“, weil das im Überfluss vorhandene Geld sich an der Spitze der Gesellschaft „verstopfe“ und nicht mehr nach unten durchgereicht werden könne. So verliere der Kapitalismus auch seinen produktiven Nutzen.

Ray Dallo im Managermagazin

Wir sollten hierzu einen undogmatische Diskussion führen, denn ein faires Steuersystem sorgt für ein gesundes Marktwachstum und Wohlstand, siehe Artikel: Vermoegenssteuer-sozialistische Mottenkiste oder sinnvoll. Allein Eines dürfte Jedem klar sein: Wenn Steuern auf Kapitaleinkünfte erhöht werden, können bei gleichen Staatseinnahmen andere Steuern gesenkt werden. Wir reden hier also nicht über ein Abwürgen der Wirtschaft, sondern über eine volkswirtschaftlich sinnvolle Verteilung der Lasten.

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