Category Archives: Grundlagen

Vermögenssteuer – „sozialistische Mottenkiste“ oder sinnvoll?

Derzeit ist es groß in der Presse: Die SPD will eine Vermögenssteuer einführen. Sie soll mit einem Freibetrag sicherstellen, dass nur Millionäre und Milliardäre davon betroffen sind, kein Durchschnittsbürger. Mit 1% Steuer auf Vermögen sollen 10 Milliarden Euro in die öffentliche Kasse kommen.

Die Reaktion der anderen Parteien fällt ziemlich schroff aus: Finanzobmann Hans Michelbach (CDU/CSU) spricht von „Klassenkampf mittels Steuerpolitik“. Die SPD-Forderung sei eine „innergesellschaftliche Kriegserklärung mi dem Ziel, die Gesellschaft zu spalten und Teile der Gesellschaft zu verunglimpfen.“ Der Bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) betonte gleich, dass es mit der CSU keine Vermögensteuer geben wird [AZ 24./25.8.2019], „denn sie wäre Gift für die Konjunktur und den Wohlstand in Deutschland“ und dass die Partei „ihrem Namen als Steuererhöhungs-Partei Deutschland wieder einmal alle Ehre“ mache. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer wirft der SPD einen „griff in die sozialistische Mottenkiste“ vor. Mit so einer Politik werden seiner Ansicht nach „Personengesellschaften und Familienunternehmen aus dem Land getrieben“, es würden dadurch „Arbeitsplätze gefährdet und unsere Wettbewerbsfähigkeit zerstört“.

Bei so aggressiven und populistischen Aussprüchen der Konkurrenzparteien lohnt es sich, einmal die Fakten anzusehen.

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Peking, China

Die unbequeme Wahrheit: Chinas Wirtschaftssystem ist unserem überlegen

Derzeit ist China groß in den Medien. China investiert in vielen Ländern, um eine neue Seidenstraße zu etablieren. Natürlich nicht, um zu importieren, sondern den Europäischen Markt noch mehr mit Gütern beglücken zu können. Polen und Ungarn haben sich bereits teilweise über „Panda Anleihen“ finanziert, Österreich will sich ebenfalls über chinesische Banken finanzieren. Und der Politikwissenschaftler Carlo Masala sagt „China ist die kommende Supermacht mit dem Potenzial, die Regeln des internationalen Systems zu verändern.“, was auch einen Machtwechsel im militärischen Bereich beinhaltet. Und die FDP biedert sich schon mal willfährig an, Christian Lindner beginnt seine Rede auf dem Parteitag auf chinesisch und redet davon, dass unsere Kinder bald nicht nur Englisch sondern auch Chinesisch lernen werden.

Nicht Ursache sondern Phänomen

Aber all das sind nicht Ursachen sondern Phänomene. Die eigentliche Ursache dieses kometenhaften und andauernden Aufstiegs ist, dass die chinesische Regierung das kapitalistische Weltwirtschaftssystem analysiert hat und gekonnt dessen Schwächen gegen die anderen Länder ausspielt. So erlangen sie Billionen an Überschüssen, mit denen sie Unternehmen und Know How, sowie Ländereinen und Bodenschätze im Ausland aufkaufen, um ihre Position weiter auszubauen. (im Artikel Das wahre Geheimnis hinter Chinas Wirtschaftsmacht und Afrikas Armut wurde schon eimal auf die Zusammenhänge hingewiesen.)

Währung + Bodenrecht ist der Schlüssel

Die Währungstheorie besagt, dass eine schwache Währung zu höheren Exporten führt und damit der Wohlstand in diesem Land zunimmt. Sie verschweigt aber den großen Nachteil: Das Ausland mit starker Währung kann mit geringem Aufwand Grund und Boden, Unternehmen und Immobilien in diesem Land kaufen. Mittelfristig gehören damit die Gewinne aus Produktion, Dividende, Mieteinnahmen und Wertsteigerungen dem Ausland. Dieses Schicksal erleidet beispielsweise der Kontinent Afrika.

China bestimmt den Währungskurs selbst, weil der Yuan ausschließlich in den staatlichen chinesischen Wechselbehörden gegen Fremdwährung getauscht werden kann. Und der Kurs ist auf diese Weise stetig niedriger, als er nach Währungsmarkt sein müsste. Dadurch hat China einen nachhaltigen Preisvorteil im Weltmarkt, der nicht aufholbar ist, ohne das System zu verändern.

Der Trick mit dem Eigentum

In China aber kann kein Ausländer Grund erwerben, siehe z.B. diese Arbeit über chinesisches Bodenrecht oder hier (Man kann ein Grundstück wählen, die öffentliche Hand macht ein Pachtangebot über maximal 50 Jahre und man kann dann entscheiden, ob man es annimmt.) Ebenso ist der Handel mit chinesischen Wertpapieren für Ausländer an den meisten Börsen Chinas nicht zugelassen. Damit entfällt der Nachteil der schwachen Währung und die Gewinne bleiben in China.

Aber nicht nur das. Da der Anteil der Bodenrente aus Mieten und Pachten an die öffentliche Hand fließen, erzielt diese immense Überschüsse. Auf diese Weise konnte der chinesische Staat rund 4 Billionen Dollar (!) Währungsreserven aufbauen. weiterlesen

Das Framing Wörterbuch für die deutsche Politik

Das Framing Manual für Deutschland – Framing macht viel mehr als das Manual der ARD

Die deutsche Printpresse erregt sich deutlich darüber, dass die ARD ein „Framing-Manual“ erstellen ließ, mit dem die ARD sich sprachlich besser darstellen wollte. Exemplarisch seien der Spiegel, die Süddeutsche und Cicero genannt.  Der Tagesspiegel geht sogar so weit, von einer Sektenschrift und Gehirnwäsche zu sprechen. Dieser Aufschrei verwundert, denn jeder dieser Journalisten hat schon unbesehen Framings durch eigene Artikel verbreitet. Tatsächlich existiert dieses Manual, aber das ist völlig harmlos im Vergleich dazu, wie Framing von der ach so erregten Presse benützt und weitergegeben wird. Wenn es denn so schlimm ist, was die ARD macht (Beispiel: „Die ARD ist der verlängerte Arm der Bürger.“), beschäftigen wir uns doch mal mit Framing.

Was ist Framing und wie wirkt es?

Framing bedeutet, sprachlich einen Rahmen zu geben. Das ist etwas ganz Natürliches, z.B. beginnt ein Lehrer eine Stunde mit der Aussage: „Heute geht es um die Auswirkung der griechischen Philosophie auf die Antike“ und hilft, das was danach kommt, richtig einzusortieren. In NLP wird Framing genutzt, um in einen anderen Denkrahmen zu führen. Wenn ein Klient beispielsweise ein Problem mit wiederkehrender Wut hat, kann die Frage „Welchen Nutzen hat diese Wut in diesem Augenblick?“ den Fokus auf einen Lösungsrahmen und mögliche Ursache lenken.

Wir lernen, über Sinneseindrücke und Worte, unsere Umgebung in unserem Gehirn abzubilden. So entsteht eine innere Konstruktion der Wirklichkeit. Wenn wir nun Worte nützen, die in diesem Konstrukt assoziiert sind, wird das damit verbundene Konstrukt im Gehirn aktiv. Dies ist auch über Gehirnscans nachgewiesen. Zeigt man beispielsweise Bilder von motorischen Bewegungen oder spricht über diese Bewegungen, dann werden im Gehirn die Areale aktiv, die diese Bewegung steuern, selbst wenn die Bewegung gar nicht ausgeführt wird.

Wenn wir also Worte hören, die wir positiv assoziiert haben, dann lösen diese die assoziierten Emotionen aus. Wer könnte schon etwas Schlimmes mit einem „Rettungsschirm“ oder mit einer „Liberalisierung“, also „Befreiung“ verbinden? Eine einfache aber wirkungsvolle Art des Framings ist also, entsprechend positiv oder negativ assoziierte Worte zu verwenden, die dann der Aussage implizit einen Rahmen geben. Z.B. könnte eine Mutter ihrem Sohn sagen: „Opa ist vom Teufel/Tod geholt worden“ oder „Opa ist bei den Engeln“. Der Fakt dahinter ist derselbe aber die Wirkung der Aussagen ist radikal unterschiedlich. Jeder kann das sofort erkennen, daher ist es kaum zu glauben dass es „Wissenschaftler“ gibt, die ernsthaft Framing als „Hokuspokus“ bezeichnen. Jeder Marketingexperte kann empirisch das Gegenteil beweisen.

Framing gibt über Worte eine Bedeutung für einen sachlichen Inhalt. So könnte man die Rundfunkgebühr auch als Beitrag für eine freie Presse bezeichnen.  Oder eine kommerziell abhängige Presse im Besitz von Medienmogulen und Großaktionären als „unabhängig“, weil sie kein Staatsmedium ist. Ach so ja, das macht man ja schon.

Labeling als besonders wirksame Form von Framing

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Der Zahlenkönig

Der Zahlenkönig – eine Metapher zum Irrsinn auf der Erde

Der Zahlen-König – ein Märchen über den Herrscher Adam

Es war einmal ein König namens Adam der Große. Eines Tages beschloss er, dass alles nach einer Zahl bemessen werden solle. Seine Zahl musste sich ständig erhöhen, das war sein Bestreben und damit Gesetz.

Und so begab es sich, dass jeder, der am Markt etwas verkaufte, eine Zahl bekam, aber auch eine Zahl von seinen Einnahmen an den König abgeben musste, Und es wurde normal, dass jeder sich selbst nach der Zahl bemaß. Wer eine größere Zahl hatte, galt mehr, war mehr wert, hatte mehr, konnte mehr tun.

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Hierarchische Befehlsstruktur statt Demokratieverständnis in Politik und Presse

CDU hat neue „Chefin“

Vor wenigen Wochen wurde also amtlich, Angela Merkel hat den Parteivorsitz abgegeben. Gewählt wurde nicht Friedrich Merz, was angesichts der Tätigkeiten in den letzten 15 Jahre zu begrüßen ist, und nicht Jens Spahn. Es wurde die Frau, die Angela Merkel selbst als ihre Thronfolgerin auserkoren hat, Annegret Kramp-Karrenbauer(AKK).
Was kann man davon erwarten? Leider wohl „Kontinuität“, genau das was das Land nicht braucht ist eine weitere Tiefschlafphase der Politik (siehe Artikel).

Interessant ist es schon, dass in unseren Medien stets nicht von einer neuen Vorsitzenden geredet wird, sondern von einer neuen „CDU-Chefin„. Ebenso spricht man nicht mehr von einer vom Wähler beauftragten Vertretung des Volkes, sondern von Angela Merkel als Chefin der Regierung und auch von einer der Regierung von Deutschland statt einer exekutiven Volksvertretung. Das alles zeigt, wie dezimiert das Demokratieverständnis in Europa heute ist.  Weiterführende Informationen im Artikel: Wir leben nicht in einer Demokratie – und es wird Zeit, das zu ändern. weiterlesen

Das deutsche WM-Aus symbolisch für einen Niedergang unterhalb der Wahrnehmungsschwelle?

Die WM ist vorbei und die deutsche Nationalelf war schon nach der Vorrunde raus. Gönnen wir uns doch erst einmal eine kure Analyse zu möglichen mentalen und sportlichen Gründen, bevor wir zum eigentlichen Thema kommen.

WM-Aus

Impressionen vom Public Viewing Vorrundenspiel Südkorea – Deutschland auf dem Fan Park Hamburg
by Frank Schwichtenberg

Es fehlte nicht an Qualität, die Schiedsrichter waren nicht schuld, die Gegner waren keine Topmannschaften. Man kann es drehen und wenden wie man will, man ist verdient ausgeschieden, obwohl man in der Breite der Mannschaft mit die besten Spieler der WM hatte.

Die Spiele wirkten behäbig, unentschlossen, arrogant geführt. Es gibt viele Gründe für so einen Leistungsabstieg aber ein ganz wichtiger Faktor ist sicher, dass man meinte man ist der große Weltmeister und tat in allem ein paar Prozent weniger. Die Prozent die man als „Underdog“ investiert, um ganz nach oben zu kommen. Auch das Spielsystem ist durchschaut: Schon bei der EM 2016 kam keine Mannschaft, die vordergründig auf Ballbesitz spielt ins Finale, nur eine ins Halbfinale. Auch hat die 2010 hoch gelobte deutsche Nachwuchsausbildung international gegenüber Frankreich oder Belgien an Boden verloren. Man wähnt sich als die Besten, hat aber unter der Haube längst den Anschluss verloren.

Im Fußball lässt sich in wenigen Jahren viel korrigieren. Die mentale Haltung wird beim nächsten Turnier schon eine ganz andere sein. Die Ausbildungen können geändert werden und wirken sich zur nächsten WM aus.

Deutschland gesamt – sehr viel alarmierender

Anders sieht es in Deutschland insgesamt aus. An der öffentlich dargestellten Oberfläche sieht vieles gut aus. Man ist mit rund 300 Mrd. Euro Überschuss Exportweltmeister, hat nominell eine geringe Arbeitslosigkeit und die Regierung wird von der hiesigen Presse als Bastion von Demokratie und Rechtstaatlichkeit gegenüber rechten Tendenzen in Europa und irren Despoten in Russland und USA gesehen.

Die Entwicklungen sind schon gelaufen

Unter der Oberfläche aber sind bereits Entwicklungen passiert, die ein böses Erwachen unvermeidlich machen. Die Unternehmen in Augsburg geben ein gutes Beispiel ab, was bereits geschehen ist und geschehen wird: weiterlesen

SPD - Quo Vadis?

Sehr geehrte SPD Mitglieder,

laut aktuellen Umfragen haben Sie nur noch 16,5% der Wählerstimmen auf Ihrer Seite. Es sieht nun danach aus, als würden Sie in eine weitere große Koalition gehen. Aber In den Koalitionsverhandlungen haben Sie kaum etwas von Relevanz durchsetzen können. Warum? Weil es Ihnen an echten Überzeugungen fehlt.

 

SPD - Quo Vadis?

Martin Schulz, SPD, By Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, Link

Die SPD versuchte sich im Wahlkampf quasi als sozialere CDU zu positionieren. Für eine klare Positionierung und auch für Erfolg bei Koalitionsverhandlungen aber müssten Sie eine klare theoretische Grundlage und Konzepte haben, warum und was Sie anders machen wollen. Und genau das fehlt den öffentlich sichtbaren Protagonisten völlig. Im Grunde vertrauen Sie auf die gleichen theoretischen Grundlagen wie die CDU, die CSU, die FDP, die AFD und Redaktionen wie der der Zeit oder der Welt. Deren Weltsicht ist aber teilweise in Minutenschnelle zu widerlegen – wenn man sich einmal in der Tiefe damit beschäftigt. Weit verbreitete Meinungen sind noch lange nicht richtig, und sehr viele Menschen wissen oder spüren, dass da wesentlich mehr ist, als in Ihren Aussagen sichtbar wird.

 

Mehr Kompetenz wagen

Wie kommen Sie aus der Krise? Indem Sie sich tief genug damit beschäftigen, was falsch läuft und echte Konzepte aus echter Überzeugung vertreten, statt Lobbymeinungen zu glauben und eine marginal andere Position einzunehmen, wie alle anderen Parteien. Ein Kevin Kühnert tritt als Kritiker aus den Reihen der JUSO auf. Aber wo sind seine Inhalte, seine Konzepte? In den Springermedien findet er große Beachtung aber nirgendwo wird berichtet, wofür er – außer einer Verjüngung der Partei und Ablehnung der großen Koalition – steht.

 

Wie wäre es, die Koalition abzulehnen und mit folgenden Kernpunkten in einen neuen Wahlkampf zu gehen:

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Kann eine ideale Gesellschaft überleben?

Vorab: Katalonien 2017 und die spanische Revolution 1936

In Katalonien findet derzeit eine Bürgerbewegung für die Unabhängigkeit der Region statt. Unser Qualitätspresse stempelt das als den Versuch einer wirtschaftlich starken Region ab, Ausgleichszahlungen loszuwerden. Sie vergisst aber zu erwähnen, dass Barcelona eine ganz andere Tradition hat, die hier eine große Rolle spielt. Die Stadt war nämlich 1936 das Zentrum der spanischen Revolution des Anarchismus, einer Gesellschaftsform, die damals als Ideal erfahren wurde und viele große Geister von Hemmingway über Orwell bis hin zu Willy Brandt inspirierte. Mehr dazu unten. Heute fühlen sich viele Spanier durch ihre Regierung betrogen aber nur die Katalanen haben den Mut, dagegen aufzustehen, das ist der wahre Hauptgrund für das was aktuell passiert. Es ist Ausdruck des Widerstands gegen eine arrogante Machtelite in der EU und einigen ihrer Staaten, genauso wie der Brexit.

Eine weitere Frage sollte gestellt werden: Was wiegt höher, das Völkerrecht, das das Recht auf Selbstbestimmung garantiert, oder das spanische Recht, das eine Separation nicht duldet? Die EU-Politiker haben Angst vor dem Verfall der EU und stellen sich auf die Seite Spaniens. Aber nicht die Katalanen betreiben die Spaltung Europas, sondern sie selbst.

 

Kann eine ideale Gesellschaft überleben? Ein Ansatz, eine theoretische Grundlage dafür zu bilden

Die meisten Menschen sind unzufrieden mit dem Zustand unserer Gesellschaft und mit der Entwicklung in der Welt. Ungerechtigkeit, immer mehr Gewalt bis hin zu Terror und Amokläufen, ständiger Verrat der Ideale und Werte sind täglich spürbar und füllen die Nachrichten.

Wenn es aber darum geht, ein gesellschaftliches Ideal zu schaffen, dann scheitert es im Wesentlichen daran, dass die Mehrheit der Menschen daran zweifelt, dass es funktionieren kann. Es gibt beispielsweise mehrere Vorschläge, wie man ein Wirtschaftssystem anders gestalten kann aber die Angst, den Wohlstand und die Konkurrenzfähigkeit zu anderen Ländern wie China zu verlieren, ist zu groß.

Unser menschliches Bedürfnis ist, in Freundschaftlichkeit und Liebe mit anderen zusammenzuleben. Unsere Wirtschaftstheorie lehrt uns, dass nur aus Konkurrenz Wachstum und Überlebensfähigkeit entsteht. Und Kriege und Terrororganisationen wie der IS zeigen uns, dass wir schnell verlieren könnten, wenn wir unsererseits auf Durchsetzung und Gewalt verzichten. Wir vertrauen unseren Idealen nicht und gehen lieber den Weg der Angst, daraus resultierend Sicherheit und Kontrolle. Weder der eine, noch der andere Weg ist jedoch für sich genommen einer, der in eine positive Zukunft führen würde.

 

Was wir zur Überwindung brauchen

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So wurde wissenschaftlicher Usinn zu Allgemeingut – und – Darum schweigen die Lämmer 

 

Die Sendung „Die Anstalt“ vom 7.11. ist so wichtig, dass sie jeder sehen sollte! Darin wird aufgearbeitet, wie eine Ideologie in Wissenschaft, Medien und Bevölkerung durchgesetzt werden konnte, die wissenschaftlicher Unsinn ist, der „Neoliberalismus“:

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-7-november-2017-100.html 

Der zugehörige Faktencheck ist hier zu finden:  https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/fakten-im-check-der-anstalt-118.html 

Der Neoliberalismus führte, zusammen mit anderen Faktoren, in die Wirtschaftsdepression ab 1929, zur Machtübernahme von radikalen Kräften in Europa und letztlich zum 2. Weltkrieg (und es gibt erschreckende Parallelen zur heutigen Situation). Die Wege, die aus diesem Chaos herausführten, in den USA der New Deal, wurden von der sogenannten Mont Pèlerien Gesellschaft unter Beschuss genommen und die eigene Ideologie in einer beispiellosen Lobbyarbeit mit großer Ausdauer durchgesetzt. In den 1960er Jahren verschwand dann offensichtlich der ordoliberale Flügel aus der MPS und der Marktradikalismus ist seitdem die vorherrschende Ideologie in deren Lobbyarbeit. Mehr im Artikel von Sebastian Müller:

https://makroskop.eu/2017/11/mont-pelerien-society-vom-schneeball-zur-lawine

Warum ist der Neoliberalismus unwissenschaftlich?

Nun, wenn ein Wirtschaftsmodell verbreitet wird, das aus einem einzigen Haushalt besteht und in dem keinerlei komplexe Interaktionen vorgesehen sind, kann das nur zu falschen Schlüssen über Wirtschaft oder Wirtschaftspolitik führen. Dieses Modell blendet z.B. vollständig aus, dass für Wirtschaftswachstum wachsende Ausgaben und daher wachsende Einkommen notwendig sind, es blendet Unterschiede in der Sparquote zwischen Haushalten mit niedrigem und hohem Einkommen aus, es hat kein Modell zur Betrachtung von Verteilungseffekten, keines zur Unterscheidung von Haushaltsarten wie Personen, Unternehmen, Staat oder Ausland. Und es ist zudem geschmückt mit falschen Annahmen, z.B. „S=I“, also Sparen = Investition. Faktisch gibt es zwischen Sparen und Investition weder einen finanztechnischen Zusammenhang, noch einen zwingenden motivativen. Allein letzteres führt das ganze Modell ad absurdum. Wer ganze Bereiche an unbestreitbarer Logik kategorisch ausklammert, betreibt keine Wissenschaft sondern eine Ideologie.

Darum schweigen die Lämmer

Viele fragen, wenn all die Fakten, die den gemeinen Nachrichten widersprechen stimmen, warum setzen sie sich dann nicht durch? Die Antwort hat Professor Mausfeld: „Warum scheigen die Lämmer? Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements“ weiterlesen

Arbeitslosenquote in Deutschland, Spanien, Griechenland, Italien, Portugal

Warum ist Deutschland erfolgreicher als der Rest des Westens? Und: Die ganze Wahrheit über Ihr Einkommen

War die Agenda 2010-Politik erfolgreich?

War die Agenda 2010 erfolgreich? Das scheint eine Kernfrage zu sein, um die sich der Bundestags-Wahlkampf 2017 dreht. Nun,  dazu gehört eine zweite Frage: Für wen oder was war sie erfolgreich?

Reduziert auf eine einzige Zahl ja…

Auf den ersten Blick hat Deutschland alles richtig gemacht. Im Vergleich zu dem Rest Europas und den USA hat man an Konkurrenzfähigkeit gewonnen und erzielt immer höhere Exportüberschüsse. Die Arbeitslosenquote ist nominell ebenfalls relativ niedrig. Das sagt der Lobbyverband „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“: Vor der Agenda 2010 war das: 5,3% Arbeitslosigkeit (4,86 Mio.). Heute sei die Arbeitslosigkeit halbiert, 2016 lag sie bei 2,8 Millionen.

Nun, sehen wir uns das doch mal genauer an. Die  Agenda 2010 wurde 2003 bis 2005 umgesetzt. Seit 2005 ist tatsächlich die Arbeitslosigkeit in Deutschland gesunken. Im Europäischen Ausland genauso, das war also konjunkturell bedingt. Ab 2008 ist sie aber bei den Europäischen Nachbarn massiv gestiegen. Gibt es da einen Zusammenhang? weiterlesen